Was ist Magnesium – Habe ich Magnesiummangel?

Magnesium ist ein äußerst wichtiger Mineralstoff, der an mehr als 350 unterschiedlichen Enzymprozessen beteiligt ist und somit dafür sorgt, dass unser Körper optimal funktioniert. Im Körper eines Erwachsenen sind etwa 20 Gramm Magnesium zu finden, wobei der Großteil davon in den Zellen gespeichert ist.

Lebensmittel mit Magnesium

Da der menschliche Körper diesen essentiellen Mineralstoff jedoch nicht selbst produzieren kann, muss er über die Nahrung oder andere externe Quellen, wie zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel, zugeführt werden. Verglichen mit anderen Spurenelementen sind allerdings relativ große Mengen vonnöten, damit die Prozesse, an denen der Mineralstoff beteiligt ist, auch reibungslos ablaufen können.

Ursachen für einen Magnesiummangel

Magnesiummangel tritt sehr häufig aufgrund einseitiger Ernährung auf, sodass der tägliche Bedarf über die Nahrung nicht gedeckt werden kann. Auch ein erhöhter Alkoholkonsum sowie die Einnahme von Medikamenten kann zu einem Magnesiumdefizit führen.

Ein Magnesiummangel kann allerdings schwerwiegende Folgen haben. So kann aufgrund eines Defizites auch ein Mangel an Kalium bzw. Calcium auftreten. Damit körperliche Schäden vermieden werden können, sollte man daher rechtzeitig handeln und den Körper optimal mit dem Mineralstoff versorgen.

Wer ein Magnesiumdefizit ignoriert muss mit Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Gallensteinen, Osteoporose, Karies, Arteriosklerose oder Asthma rechnen.

Die Wirkung von Magnesium

Magnesium ist für die Erregungsleitung bzw. -übertragung in Muskel- und Nervenzellen verantwortlich. Zusammen mit Calcium sorgt es zudem für essentielle Bewegungsabläufe. Vor allem für die Muskeln ist eine ausreichende Magnesiumzufuhr sehr wichtig, da sonst die Balance zwischen An- und Entspannung nicht gegeben ist. Außerdem ist Magnesium äußerst wichtig für unsere Zähne und Knochen, da es dafür sorgt, dass diese stabil sind. Des Weiteren verfügt der Mineralstoff über entzündungshemmende Eigenschaften und wird daher auch zur Therapie von Multipler Sklerose, Darmerkrankungen, Diabetes, Arteriosklerose bzw. Arthritis eingesetzt.

In welchen Lebensmitteln ist Magnesium enthalten?

Damit der Körper ausreichend mit dem Mineralstoff versorgt werden kann, sind Lebensmittel empfehlenswert, die über einen hohen Magnesiumgehalt verfügen. Dazu zählen beispielsweise Quinoa, Amaranth, Weizenkleie, Buchweizen, Naturreis, Haferflocken, Hirseflocken, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam, Mandeln bzw. Hülsenfrüchte oder Spinat.

Magnesium und Nebenwirkungen

Magnesiumprodukte zeigen normalerweise bei zahlreichen Erkrankungen eine sehr positive Wirkung. Natürlich kann aber nie ganz ausgeschlossen werden, dass auch Nebenwirkungen auftreten. Das kann vor allem bei Personen, die einen sehr sensiblen Magen-Darm-Trakt haben, der Fall sein. Auch Menschen, deren Nierenfunktion eingeschränkt ist, sollten nicht zu viel Magnesium aufnehmen. Wer über längere Zeit an Durchfall, Übelkeit, niedrigen Blutdruck und Müdigkeit leidet, obwohl die Zufuhr von Magnesium verringert oder abgesetzt wurde, sollte einen Arzt konsultieren.

Gegen welche Beschwerden kann Magnesium eingesetzt werden?

Jeder von uns hat bestimmt schon gehört, dass Magnesium Wadenkrämpfe lindert. Es ist zwar richtig, dass Wadenkrämpfe aufgrund eines Magnesiummangels auftreten, allerdings kann Magnesium die Schmerzen nicht lindern, außerdem man führt eine sehr hohe Dosis (600 bis 800 mg) an Magnesium zu. Diese Dosis kann allerdings zu Durchfall führen.

Durch ein Magnesiumdefizit kann es auch zu Herzrhythmusstörungen kommen, die den Herzmuskel schwächen können. Hier können Magnesium-Präparate gute Dienste leisten, die richtige Dosis sollte allerdings mit einem Mediziner abgesprochen werden.

Auch Kopfschmerzen und Migräne können mit einem Magnesiummangel in Verbindung stehen. Durch ein Magnesiumdefizit wird die Erregung in den Muskel- und Nervenzellen nicht optimal weitergeleitet, wodurch Migräne auftreten kann. Studien haben ergeben, dass durch eine zweimalige Einnahme von 300 mg Magnesium pro Tag Migränesymptome gelindert werden können.

Magnesium hat zudem einen dämpfenden Effekt auf die Nervenerregungen, sodass innere Ruhe eintritt, wenn der Körper über ausreichend Magnesium verfügt. Ist der Magnesiumspeicher hingegen nicht aufgefüllt, so kann es zu Stress oder Nervosität kommen. Diesem Defizit kann man durch die regelmäßige Einnahme von Magnesium entgegenwirken. Die Dosis von 800 mg pro Tag sollte jedoch nicht überschritten werden, da es sonst zu Durchfall kommen kann.

Viele Forscher sehen zudem einen Zusammenhang zwischen Gefäßverkalkungen und einem Magnesiummangel. So konnte in Untersuchungen gezeigt werden, dass sich das Risiko für eine Arteriosklerose verringerte, je mehr Magnesium aufgenommen wurde.

Darüber hinaus kann der Mineralstoff auch bei Sodbrennen helfen, da Magnesium in der Lage ist, den säurehaltigen Magensaft zu binden. Auch Magnesiumcarbonat hat eine säurehemmende Wirkung und kann auch von Personen eingenommen werden, die über eine gute Verdauung verfügen.

Auch bei Angstzuständen und Depressionen kann Magnesium helfen, da der Mineralstoff an der Bildung von Serotonin beteiligt ist. Auch bei Antriebslosigkeit oder Müdigkeit kann ein Magnesiumprodukt erprobt werden.

Forschungen haben ergeben, dass Personen mit einem Magnesiummangel häufig auch an Schlafstörungen leiden. Auch hier kann eine Zufuhr von Magnesium hilfreich sein, da es die Nerven und Muskeln entspannt und dadurch zu einem erholsamen Schlaf beiträgt.

Wer an Verstopfung leidet, kann ebenfalls Magnesium aufnehmen, wobei hier vor allem Magnesiumcitrat in einer Dosierung von etwa 150 mg pro Tag empfohlen wird.

Dosierung und Einnahme von Magnesium

Normalerweise kann eine ausreichende Magnesiumversorgung mit genügend Flüssigkeitszufuhr bzw. ausgewogener Ernährung sichergestellt werden. Menschen, die an chronischen Erkrankungen, Stress oder körperlichen Belastungen leiden, haben allerdings einen erhöhten Magnesiumbedarf. Dasselbe gilt auch für Schwangere bzw. für Personen in den Wechseljahren. Diese Gruppen sollten den Mineralstoff am besten in Form von Ergänzungsmitteln zuführen. Im Vorfeld sollte man sich dabei von einem Arzt oder einem Apotheker beraten lassen, welches Produkt bzw. Dosierung empfehlenswert ist.

Unterschiedlichste Magnesiumpräparate

Magnesiumprodukte können in unterschiedlichster Form in Supermärkten, Reformhäusern, Apotheken oder im Internet erworben werden. Angeboten werden beispielsweise Granulate, Tabletten, Dragees, Kapseln oder Magnesiumpulver, wobei die Darreichungsform in Bezug auf die Wirkung keine besonders große Wirkung spielt. Darüber hinaus gibt es auch Badezusätze, die Magnesiumchlorid bzw. Magnesiumöl enthalten und äußerlich angewendet werden können.

Magnesium-Kapseln bzw. -Tabletten sind sehr einfach einzunehmen und können auch gut dosiert werden. Brausetabletten werden einfach in Wasser aufgelöst und das darin enthaltene Magnesium kann vom Körper rasch aufgenommen werden. Angenehmer wird die Einnahme durch unterschiedliche Geschmacksrichtungen.

Eine Alternative zu Tabletten oder Kapseln ist Magnesiumpulver, wobei dieses individuell dosiert werden kann. Allerdings kann es hier passieren, dass eine zu hohe oder zu niedrige Menge an Magnesium aufgenommen wird. Ein Vorteil des Pulvers ist, dass es meistens keine Zusatzstoffe enthält.

Magnesiumchlorid ist eine Verbindung aus reinem Magnesiumchlorid und Magnesium und kann in Drogerien und Apotheken unter dem Namen Hexahydrat erworben werden. Magnesiumchlorid bewahrt man am besten luftdicht auf, sodass es nicht verklumpt, und es kann in Wasser aufgelöst, aber auch äußerlich verwendet werden. Wird Magnesiumchlorid oral eingenommen, so trinkt man die Sole am Morgen und am Abend jeweils vor dem Essen. Da die Sole etwas bitter schmeckt, kann sie auch mit Tee oder Saft verdünnt werden.

Als Magnesiumöl bezeichnet man eine Magnesiumchlorid-Lösung, die man auf die Haut auftragen kann. Die Lösung gelangt auf diese Weise sehr rasch in den Blutkreislauf, außerdem werden so 100 % Chlorid aufgenommen, wobei die Aufnahmefähigkeit nicht vom Darm abhängig ist. Darüber hinaus können auch schmerzhafte Körperpartien wie Gelenke oder Muskeln mit dem Öl behandelt werden. Zudem kann Magnesiumöl auch als Badezusatz oder als Körperspray eingesetzt werden, Verwendung findet es auch als Deodorant oder in einem Fußbad, wodurch der Magnesiumspiegel sehr schnell ansteigen kann.

Eine Verbindung aus einem Zitronensäure-Salz und Magnesium wird als Magnesiumcitrat bezeichnet. Das Citrat ist wasserlöslich und körperfreundlich und wird vom Darm rasch aufgenommen. Allerdings ist in Magnesiumcitrat echtes Magnesium nur in einem geringen Ausmaß vorhanden.

Magnesiumoxid ist eine anorganische Magnesiumverbindung mit einem hohen Magnesiumgehalt, dass der Körper allerdings nur langsam aufnimmt. Ob man Magnesium als Oxid oder Citrat verwendet, hängt von der Verträglichkeit bzw. der individuellen Situation ab. Personen mit Muskelkrämpfen und Sportler sollten eher zu Magnesiumcitrat greifen, da es vom Körper schneller absorbiert wird. Wer jedoch einen Speicher aufbauen möchte, ist mit Oxid besser beraten.

Im Sport kommt zudem sehr häufig die anorganische Verbindung Magnesiumcarbonat zum Einsatz. Vor allem Geräteturner und Gewichtheber reiben sich damit vor einem Wettkampf die Hände ein, großer Beliebtheit erfreut sich Magnesiumcarbonat aber auch im Klettersport.

Für antriebslose und müde Menschen ist Magnesium Malat empfehlenswert, wobei es sich dabei um eine Verbindung aus dem Apfelsäure-Salz und Magnesium handelt. Magnesium Malat wird vom Körper ebenfalls sehr rasch aufgenommen und zeigt eine schnelle Wirkung.

Magnesiumsulfat ist ein geruch- und farbloser Feststoff, der in Wasser aufgelöst werden kann und über einen bitteren Geschmack verfügt. Daher ist Magnesiumsulfat auch unter dem Namen Bittersalz bekannt. Verwendet werden kann der Stoff vor allem bei chronischer bzw. akuter Verstopfung, da der Darm dadurch sehr rasch entleert wird. Wer Bittersalz als Abführmittel einsetzen möchte, löst ein bis drei Teelöffel in lauwarmem Wasser auf. Danach wird die Mischung zügig ausgetrunken. Zur Geschmacksverbesserung kann auch Zitronensaft hinzugefügt werden. Durch die Einnahme von Magnesiumsulfat können unter Umständen Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit oder Bauchschmerzen auftreten. Des Weiteren wird Bittersalz auch für schwangere Frauen verwendet, um das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt zu senken, eine weitere wichtige Rolle spielt Bittersalz auch beim Heilfasten. Zudem kann es bei Hautproblemen helfen, wobei es dafür auf Furunkel oder Pickel aufgetragen wird. Zur Linderung von Herpes kann zudem ein warmes Bittersalz-Bad genommen werden.

Besser verzichten sollte man hingegen auf Magnesiumstearat, da es nicht genügend Studien bezüglich der Wirkung des Stoffes gibt. Magnesiumstearat ist eine Mischung aus Magnesium und Stearinsäure und wird künstlich hergestellt. Es ermöglicht beispielsweise das genaue Abfüllen von Kapseln und kann die Verschmutzung von Gerätschaften verhindern. Gesundheitliche Nutzen hat es hingegen kaum. Kritiker behaupten sogar, dass das Immunsystem dadurch geschwächt wird.

Wer an einem chronischen Magnesiumdefizit leidet, kann Magnesiumorotat verwenden, dass im Handel in Form von Dragees, Tabletten oder Kapseln erhältlich ist und dessen positiver Effekt auch wissenschaftlich erforscht wurde. Magnesiumorotat wird außerdem als natürliches Beruhigungsmittel bzw. bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt.