Guarana – positive Effekte für die Gesundheit

Guarana ist in unseren Breiten noch nicht abschließend erforscht. Allerdings konnten schon viele positive Erfahrungsberichte den Nutzen der Pflanze nachweisen. Auch die Tatsache, dass Guarana in Brasilien schon seit sehr langer Zeit medizinisch verwendet wird und eingetragen ist, spricht für das Produkt. Guarana ist vor allem für seine aufputschende Wirkung bekannt, die über die Wirkweise von Koffein hinausgeht. Darüber hinaus können einige der wertvollen Pflanzenstoffe positive Effekte für die Gesundheit erzielen. Guarana bringt aber auch Risiken mit sich, die man nicht unterschätzen sollte. Daher sollte der Umgang mit der Frucht ein bewusster und kontrollierter sein. In der empfohlenen Tagesdosis angewendet, kann man von den positiven Effekten der Pflanze profitieren und vor allem seine persönlichen Leistungsfähigkeit und sein Wohlbefinden verbessern.

Was ist Guarana?

Die Guaranapflanze oder Paullinia cupana ist eine Kletterpflanze. Sie wird überwiegend in Brasilien rund um den Amazonas angebaut und hat dort auch ihren Ursprung. Die Familie dieser Kletterpflanze ist der Ahorn. Sie gehört zu den Seifenbaumgewächsen. Die Früchte der Guarana werden auch als brasilianischer Kakao bezeichnet. Guarana ist eine Schlingpflanze, welche sich bis zu 12 Meter in die Höhe erheben kann. Optisch hat die Pflanze dünne Stiele mit kleinen, rundlichen Früchten, die dem menschlichen Auge ähneln. Ihren Namen hat Guarana als Ableitung von dem Begriff Warana erhalten, was übersetzt „Auge des Volkes“ heißt. Diesen Namen hat die Pflanze aufgrund der charakteristischen Form der Früchte erhalten. Seit dem 16. Jahrhundert findet man Guarana auch in Europa. Einen deutlichen Anstieg in der Verbreitung findet Guarana aber erst seit einigen Jahren. Dies liegt daran, dass über die Wirkung zuvor nicht viel bekannt war. Seitdem werden die verschiedenen Wirkweisen in unterschiedlichen Studien erprobt und nachgewiesen. In der Amazonasregion jedoch weiß man schon lange, welche positiven Wirkungen die Pflanze mitbringt. Die Ureinwohner verwenden Guarana schon sehr lange sowohl als Heilpflanze als auch als Lebensmittel zur Verfeinerung vieler Speisen. Ein Nationalgetränk der Region ist die Guarana Limonade. In unseren Breitengraden findet man die Schlingpflanze meist in Form von Tabletten, Kapseln, einem Extrakt oder auch als Guarana Pulver. Das Pulver hat dabei eine hellbraune Färbung. Der Geschmack ist eher bitter und herb. Daher wird es in seiner reinen Form eher seltener konsumiert.

Inhaltsstoffe

Neben dem hochdosierten Koffein enthält Guarana auch Theophyllin, Theobromin und Alkaloide. Es sind insgesamt 12 % Tannine enthalten, 6 % Catechin, 4-6 % Koffein, 3 % Epicatechin sowie bis zu 0,25 % Theophyllin und bis zu 0,04 % Theobromin. Die enthaltenen Gerbstoffe bewirken, dass sich das Koffein im Körper nur langsam verbreitet. Theophyllin ist für die Anhebung des Blutdruckes und die durchblutungsfördernde Wirkung verantwortlich. Theobromin ähnelt in seiner Wirkung dem Koffein. Catechin ist ein Pflanzenstoff, der gegen Pilze, Bakterien und Viren hilft und darüber hinaus zur Krebsprävention eingesetzt werden kann. Zusammen mit Epicatechin entfalten die sekundären Pflanzenstoffe ihre vor allem antioxidative Wirkung. Diese ist dabei deutlich stärker als es bei den Vitaminen C und E bislang festzustellen war. Cholin ist ein Nährstoff, der sich vor allem auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns auswirkt sowie die Nerven- und Muskelaktivitäten anregt. Weiter sind auch Saponine, Stärke und Mineralstoffe enthalten. Saponine ist ein wichtiger Inhaltsstoff, der sich unterstützend und stärkend auf das Immunsystem auswirkt. Zudem haben Saponine eine entwässernde Wirkung.

Besonders die Samen von Guarana enthalten medizinische Wirkstoffe. Sie finden sogar Erwähnung im Brasilianischen Arzneibuch. Um sie verwerten zu können, müssen sie erst getrocknet oder geröstet und dann gemahlen werden. Vor allem die Alkaloide haben eine hohe Wirkkraft. Sie sind stickstoffhaltig und machen einen Prozentsatz von 3-4 % aus. Guarana ist frei von Kohlenhydraten und daher in diesem Sinne kein Energielieferant. Guarana ist rein pflanzlich und daher im Rahmen einer veganen Ernährung geeignet. Zudem ist es auch glutenfrei.

Die Wirkung von Guarana

Guarana wird zunächst eine anregende Wirkung zugeschrieben. Zu verdanken ist dies dem hohen Koffeingehalt. Er liegt sogar weit höher als der Wert der Kaffeebohne. Der Wert liegt zwischen 4 und 8 Prozent. Im Vergleich hat Kaffee nur einen Koffeingehalt von 1 – 2 Prozent. Die Kombination aus Koffein und den anderen Inhaltsstoffen des Guarana führt zu einer stimulierenden Wirkung. Die Konzentrationsfähigkeit steigt und man fühlt sich wacher. Dies liegt daran, dass die Stoffe sowohl das Herz als auch das Nervenzentrum stimulieren. Gleichzeitig erweitern sich die Gefäße. Die Bronchienverengung wird unterbunden, so dass auch bei Asthmapatienten eine Milderung des Krankheitsbildes erkennbar ist. Neben vorgenannter stimulierender Wirkung enthält Guarana auch einen hohen Anteil an Antioxidantien. Sie ist in der Lage, der Lipidperoxidation entgegen zu wirken. Freie Radikale werden somit unschädlich gemacht. Weiter führt die Einnahme von Guarana zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Dies wiederum bedingt eine Unterdrückung der Hypoglykämie. Im Rahmen von Diäten kann Guarana daher sehr wirksam sein. Guarana ist auch für Sportler interessant, da das Koffein einen positiven Effekt auf die Fettverbrennung ausübt. Auch die Schweißdrüsen werden aktiviert. Ebenfalls kann Guarana einen Pilz- oder Bakterienbefall bekämpfen. Dies gilt sowohl für Gram-positive als auch für Gram-negative Bakterien. Bei den Gram-positiven Bakterien handelt es sich in der Regel um Kokken wie Streptokokken. Zu den Gram-negativen Bakterien zählen Chlamydien, Heliobacter oder Legionellen. Weiter kann Guarana die Senkung des Cholesterinspiegels unterstützen. Es wirkt dabei ähnlich wie das Arzneimittel Simvastian. Auch Leberschäden konnten sich zurückbilden.

Wann sollte ich Guarana anwenden?

Zum einen bietet sich der Konsum von Guarana an, wenn man eine aufputschende Wirkung erzielen möchte. Hier wird Guarana gerne in Form von Kapseln eingeworfen. Dies kann helfen in langen Lernphasen oder bei einem stressigen Arbeitsalltag. Wer am Vorabend erst spät ins Bett gekommen ist und das eine oder andere Gläschen zu viel zu sich genommen hat, kann seinen Organismus durch das in Guarana enthaltene Koffein wieder auf Trab bringen. Insgesamt kann unter der Einnahme von Guarana die Gedächtnisleistung gesteigert werden und auch die Reaktionsfähigkeit wird verbessert. Darüber hinaus können sich auch Angstzustände und depressive Verstimmungen verbessern.

Guarana ist sehr gut verträglich, so dass auch Menschen mit einem empfindlichen Magen keine Probleme mit der Anwendung haben dürften. Darüber hinaus wird das Koffein nicht schon im Magen, sondern erst mit Erreichen des Darms freigesetzt. Guarana enthält zudem einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Dies ist ebenfalls der Verträglichkeit zuträglich. Der charakteristische Kater lässt sich vertreiben, indem man 1-2 TL des Pulvers mit Wasser oder Saft zu sich nimmt.

Guarana hat auch weitere medizinische Wirkungen. Hier erfolgt häufig eine Darreichung in Tablettenform. Guarana wirkt zum einen krampflösend. Es wird empfohlen bei Fieber, Kopfschmerzen oder Krämpfen. Auch im Bereich des Magen-Darm-Traktes kann sich die positive Wirkung der Frucht entfalten. Guarana wirkt dabei nachweislich sowohl gegen Salmonellen als auch gegen Kolibakterien. Es hat eine starke antibakterielle Wirkung. Guarana kann in diesem Zusammenhang auch prophylaktisch angewendet werden. Eine weitere Wirkung von Guarana ist die Blutverdünnung. Dadurch kann der Körper besser durchblutet werden. Dies beugt unter anderem einem Thromboserisiko vor.

Aber auch im Bereich der Kosmetik ist Guarana zu finden. Es wird verschiedenen kosmetischen Produkten beigemischt, um dann seine Wirkung beispielsweise in Bezug auf eine Verbesserung des Hautbildes zu entfalten. Es erfolgt eine Vitalisierung der Haut, und Probleme wie Cellulite können wirksam bekämpft werden. Auch hier kommt die durchblutungsanregende Wirkung zum Einsatz. Cremes und Lotionen enthalten daher häufig den Zusatz Guarana. Gleiches gilt für Shampoos. Gerade Menschen, die schnell zu fettigen Haaren neigen, können der extremen Fettproduktion zu Leibe rücken. Zudem kann Haarausfall wirksam vorgebeugt werden.

Guarana ist aber auch als Schlankmacher bekannt. Besonders die Samen der Pflanze sind ein toller Diätbegleiter. Sie haben die Fähigkeit, das Hungergefühl zu unterdrücken und so den Appetit zu zügeln. Als unterstützende Maßnahme und Begleiter im Rahmen einer Diät kann Guarana tatsächlich sinnvoll sein.

Guarana wurde auch schon als Potenzmittel untersucht. Einen Nachweis über die tatsächliche Wirksamkeit im Rahmen einer gesteigerten Potenz oder eines erhöhten Sexualtriebes konnte man bisher nicht finden. Allerdings kann die anregende Wirkung unterstützen. Die Inhaltsstoffe Tannin und Catechin wirken belebend und haben einen positiven Einfluss auf die Steigerung des Muskeltonus. In der Folge kann Guarana eine aphrodisierende Wirkung entwickeln. Auch ein gewisses Wohlgefühl stellt sich ein. Weiter sind auch die Inhaltsstoffe Theobromin und Theophyllin dafür verantwortlich, dass sich die Durchblutung verbessert, was sich wiederum ebenfalls positiv auf die Libido auswirken kann.

Getestet wird Guarana auch im Rahmen der Krebsbekämpfung. So wird der Stoff begleitend zur Chemotherapie verabreicht. Auch hier spielt wieder das Koffein eine große Rolle. Durch die Einnahme von Guarana kann vor allem erreicht werden, dass die begleitenden Symptome abgemildert werden, so dass sich der Patient wohler fühlt. Die typischen Erschöpfungszustände sind nicht mehr so stark ausgeprägt.

Die Anwendung und Vorsichtsmaßnahmen

Je nachdem, zu welchem Produkt oder Hersteller man greift, können die Inhaltsstoffe abweichen. Daher kann keine generelle Dosierung empfohlen werden. Hier ist es wichtig, auf die Herstellerangaben zu achten und sich an diese zu halten. Als Norm kann man sich merken, dass Menschen ab dem 18. Lebensjahr und bei Normalgewicht problemlos 400 mg Koffein vertragen können. Allerdings sollte man darauf achten, Guarana zum Abend hin nicht mehr einzunehmen, da es sonst zu Einschlafproblemen kommen kann. Weitere bekannte Nebenwirkungen aufgrund einer zu hohen Dosierung können auch Herzrasen und Nervosität sein. Wer innerhalb eines kürzeren Zeitraums 20 g reines Guarana oder mehr einnimmt, der erreicht eine Überdosierung. Es können weitere Nebenwirkungen wie Hyperaktivität, unkontrollierbare Bewegungen, Kopfschmerzen, Angststörungen, Durchfall, ein erhöhter Blutdruck und steigender Puls sowie Kaliummangel oder gar Muskellähmungen auftreten. Bei der Einnahme verschiedener Medikamente ist zudem Vorsicht geboten. Das gilt vor allem für Präparate, die die Herzfrequenz anheben. Auch die Wirkung von Schmerzmitteln wird deutlich verstärkt. Bei Grunderkrankungen wie einem Herzproblem. Einer Schilddrüsenüberfunktion, einem Angstsyndrom oder einer Leberzirrhose sollte vor der Einnahme von Guarana ein Arzt konsultiert werden. Der gleichzeitige Konsum von Alkohol kann dazu führen, dass die Trunkenheit erst später wahrgenommen und die Leistungsfähigkeit erhöht wird. Dies führt schnell zu leichtsinnigem Verhalten. Frauen, die sich in der Schwangerschaft oder Stillzeit befinden, müssen sich der Auswirkungen des Präparates bewusst sein. Da Koffein den Blutdruck erhöht, kann die Entwicklung des Fötus gefährdet sein. Das Risiko einer Fehlgeburt steigt an. Auch beim Stillen gehen die Wirkstoffe in die Muttermilch über, so dass das Kind die Essenzen aufnimmt. Dies führt auch beim Kind dann zu einer anregenden Wirkung, die im Vergleich aber deutlich stärker ausfällt als beim erwachsenen Menschen. Werdenden und stillenden Müttern wird der Verzehr von Guarana daher nicht empfohlen.

Kinder unter 8 Jahren sollten die Finger von dem Produkt lassen. Kinder zwischen 8 und 15 Jahren sollten nur kleine Mengen Guarana verzehren. Generelle Nebenwirkungen nach dem Konsum von Guarana können neben Schlafstörungen auch ein Zittern sein sowie muskuläre Schmerzen, Kopfschmerzen und eine erhöhte Reizbarkeit. Sobald das Präparat abgesetzt wird, verschwinden die Symptome aber auch schnell wieder. Generell wird Guarana häufig als Pulver angeboten. In dieser Form kann man es leicht dosieren. Üblich ist die Anwendung in Verbindung mit ausreichend Flüssigkeit. Bei 3 Gramm des Pulvers kann man in etwa von einem Koffeingehalt von 150 mg ausgehen. Zum Vergleich enthalten vier Tassen Kaffee zwischen 50 und 200 mg Koffein. Es gibt Guarana aber auch in Kapselform. Die Hülle bildet eine Gelatine, so dass das Pulver erst im Verdauungstrakt hervortritt. So kann man den bitteren Geschmack des Pulvers umgehen. Auch Energydrinks werden häufig mit Guarana versetzt, um die puschende Wirkung zu erreichen. Gleiches gilt für Energieriegel mit dem Zusatz Guarana. Teilweise werden auch Tees wie Mate oder Grüner Tee mit Guarana angereichert. Darüber hinaus werden auch Kaugummis mit Guarana angeboten. Vereinzelt enthalten auch Süßigkeiten die anregende Frucht.

Guarana und Koffein

Guarana enthält Koffein. Dies ist auch der Bestandteil, der die Frucht so interessant macht. Die Einnahme von Guarana führt zu einem Leistungshoch und vertreibt die Müdigkeit. Zudem wird das enthaltene Koffein im Körper nur langsam freigegeben. Die Wirkung hält demnach länger an. Ein extrem hoher Konsum kann sogar Vergiftungserscheinungen herbeiführen. Hier kann es zum Kreislaufkollaps kommen. Insgesamt sind die Wirkungen und Nebenwirkungen denen des Koffeinkonsums gleichzusetzen und immer abhängig von der konsumierten Menge sowie der individuellen körperlichen Konstitution. Auch Abhängigkeiten können sich entwickeln. Demzufolge kann es auch zu Entzugserscheinungen kommen. Diese äußern sich in der Regel in einer erhöhten Müdigkeit bis zur Lethargie und Traurigkeit, einer inneren Unruhe oder motorischen Veränderungen, einem starken Verlangen und einem gesteigerten Appetit. Auch Schlafstörrungen und Alpträume können sich einstellen. Die Entzugserscheinungen zeigen sich am stärksten innerhalb der ersten 24 Stunden. Danach klingen sie langsam ab. Zusätzlich sollte beachtet werden, dass der Koffeingehalt der Guaranafrucht den einer Kaffebohne übersteigt.