Grünlippmuschel – Behandlungsmöglichkeiten

Die Muschel, die auch die Namen perna canaliculus oder auch Grünschalmuschel trägt und zu den Miesmuscheln gehört, stammt aus Neuseeland. Aus diesen werden natürliche Nahrungsergänzungsmittel gewonnen, die als Extrakte verabreicht werden. Unterstützen sollen diese Menschen, die von Rheuma oder Arthrose betroffen sind.

Grünlippmuschel

Erkennen lässt sich die Muschel an der grünlichen Farbe der Gehäuseränder sowie an der besonderen Größe des Gehäuses von bis zu 17 Zentimetern. Bereits die ursprünglichen Maori bereiteten die Muscheln auf verschiedene Weisen zu, so dass sie problemlos gegessen werden konnten. Wissenschaftler stellten fest, dass Gelenkprobleme bei den Maoris nicht vorkommen, und beschäftigten sich daraufhin genauer mit der Muschel, die ihren natürlichen Lebensraum nur in deren Gegend hat. Die Muscheln werden inzwischen geregelt angebaut und exportiert.

Inhaltsstoffe der Grünlippmuschel

Glykosaminoglykane

Glucosamin, Chondroitin-4-Sulfat und Chondroitin-6-Sulfat sorgen für einen besseren Halt der Knorpel und dienen als Gelenkschmiere. Deshalb können Beschwerden mit den Hüftgelenken oder Kniegelenken leichter reduziert werden. Wasser, welches gebunden wird, trägt gleichzeitig zu einer effektiveren Gelenkschmiere bei. Dadurch entsteht wiederum mehr Gelenkflüssigkeit und der Knorpel kann mit mehr Nährstoffen versorgt werden.

Proteine

Die hochwertigen Proteine verbessern den Stoffwechsel, kurbeln die Fettverbrennung an und helfen dabei, eine gesunde Muskelmasse aufzubauen und zu erhalten.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren optimieren nicht nur den Stoffwechsel, sondern wirken zudem entzündungshemmend. Die gleiche Funktion lassen sich den Furanfettsäuren zuschreiben, welche ebenfalls als Radikalfänger gelten.

Spurenelemente und Mineralstoffe

Kalium und Natrium halten den Wasserhaushalt des Körpers im Gleichgewicht. Bei zu wenig Zufuhr dieser Stoffe lässt sich die Gelenkflüssigkeit schlechter bilden. Calcium und Magnesium unterstützen den Aufbau und Erhalt von Knochen und Knorpeln. Ebenso ist Silicium als Teil des Bindegewebes und Stützgewebes mitverantwortlich für den Knorpelaufbau.

Der richtige Kauf eines Grünmuschelextrakts

Unabhängig davon, ob das Extrakt als Pulver oder als Kapsel gekauft wird, sollte man sich gründlich über die Verarbeitung informieren, die schonend vonstattengegangen sein muss. Denn durch falsches Kochen oder Einfrieren kann Nährwert verloren gehen, was die Effektivität der heilenden Wirkung senkt. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass nur Muschelfleisch und keine Schale enthalten ist, weil ansonsten zum Beispiel ein wesentlich geringerer Anteil an Omega-3-Fettsäuren vorkommt. Ideal ist es, wenn der Hersteller ein Zertifikat vorlegen kann. Es gibt zudem Kapselformen, die auch für Hunde geeignet sind.

Behandlungsmöglichkeiten

Arthritis

Diese entzündliche Krankheit kann sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Menschen auftreten. Oft leiden Personen darunter, die auch mit Stoffwechselerkrankungen, Morbus Bechterew oder systemischem Lupus konfrontiert sind. Mit Hilfe der ungesättigten Fettsäuren in der Miesmuschel kann den Entzündungen vorgebeugt werden, während die anderen Stoffe gleichzeitig Knochen, Gelenke und Knorpel mitaufbauen und erhalten. Hinsichtlich der Wirkung ist beispielsweise auf Studien der University of Queensland, der University of Southampton sowie der Massey University zu verweisen.

Arthrose

Bei Menschen, die älter als 60 sind, kommt es oft zu einem natürlichen Verschleiß, so dass Arthrose nicht selten die Folge ist. Ist der Knorpel aufgrund der Gelenk- und Wirbelerkrankung erst abgenutzt, wird ein Aufbau umso schwieriger und dauert wesentlich länger. Dies kann auch eine vollständige Knorpelzerstörung nach sich ziehen. Gelenke und Gliedmaßen werden daraufhin verformt. Jedoch kann die Muschel dabei unterstützen, den Knorpelaufbau zu erhalten.

Asthma

Die Miesmuschel enthält auch Lyprinol. Mittels eines Tests, der von einer russischen Studie in Sankt Petersburg durchgeführt wurde, konnte festgestellt werden, dass eine Einnahme der Kapseln eine Verbesserung nach spätestens zwei Monaten garantierte. Hierfür wurde auch eine Kontrollgruppe herangezogen, welcher Placebo verabreicht wurde. Konkret waren die Schleimhäute bei der Testgruppe weniger anfällig für Entzündungen, die hohe Atemgeschwindigkeit ging zurück und auch das Lungenpfeifen reduzierte sich. Außerdem konnte somit der Lunge wieder automatisch mehr Sauerstoff zugeführt werden.

Bindegewebe

Spurenelemente und Mineralstoffe, besonders Kieselsäure, sorgen für eine Kräftigung des Bindegewebes und der Haut.

Flöhe, Läuse und Zecken

Um Flöhe, Läuse und Zecken vom Festsetzen am Körper abzuhalten, kann das Miesmuschelextrakt helfen.

Tiere

Am besten eingesetzt werden kann die Miesmuschel bei Pferden, Hunden und Katzen. Je nach Größe des Tieres muss die Dosierung variieren. Anstatt Kapseln sollte man diesen Tieren Pulver oder Tabletten geben. Aber selbst bei Nagetieren wirken sich die Muschelextrakte positiv auf die Gesundheit der Tiere aus.

Einnahme und Dosierung

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten wird das Muschelextrakt in der Regel eingenommen. Die Einnahmebedingungen hängen dabei stets vom jeweiligen Hersteller ab. Grundsätzlich gilt aber, dass 1.500 Milliliter pro Tag nicht überschritten werden sollten. Beim Pulver ist meistens wegen der niedrigeren Dosierung der Inhaltsstoffe von zwei bis drei Gramm am Tag auszugehen. Es ist ratsam, zu Beginn eine kleinere Menge einzunehmen und diese dann nach und nach zu steigern.

Nebenwirkungen

Wer allergisch auf Fisch oder Meeresfrüchte reagiert, sollte auf die Muschel verzichten, um einen allergischen Anfall zu vermeiden. Lediglich in Absprache mit einem Arzt ist eine Einnahme potentiell möglich. Kommt es jedoch zu Juckreiz, Schwellungen, Atemnot oder Hautausschlägen, ist ein Arztbesuch dringend notwendig. Generell kann es passieren, dass bei einigen Menschen Bauchschmerzen, Blähungen oder Übelkeit auftreten. Sobald man entsprechende Symptome verspürt und man diese eindeutig dem Produkt zuschreiben kann, ist von einer weiteren Zufuhr des Extrakts abzuraten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Muscheln aus sauberen Gewässern stammen, weil ansonsten ein Risiko für enthaltene Schalentiergifte, Algengifte oder Schwermetalle besteht.